RevPAR im Hotel: Bedeutung, Berechnung und 6 Strategien zur Steigerung
Mit dem RevPAR sehen Sie, wie Preis und Auslastung zusammenwirken und erkennen, wo noch Umsatzpotenzial liegt.
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Der RevPAR (Revenue per Available Room) ist der Zimmerumsatz pro verfügbarem Zimmer: Sie teilen den Zimmerumsatz durch die Zahl der verfügbaren Zimmer oder multiplizieren die durchschnittliche Tagesratemit der Auslastung. Die Kennzahl zeigt, was ein verfügbares Zimmer im Schnitt einbringt – leere Zimmer eingeschlossen. Steigern lässt sie sich durch höhere Preise an starken Tagen, mehr Buchungen an schwachen Tagen und eine dynamische Preisstrategie.
Was verbirgt sich hinter dem RevPAR?
RevPAR steht für Revenue per Available Room, also den Umsatz pro verfügbarem Zimmer. Die Kennzahl verbindet Zimmerpreis und Auslastung in einer Zahl und zeigt damit, wie erfolgreich Sie Ihre verfügbare Zimmerkapazität in Umsatz umwandeln.
Immer mehr Gastgeberinnen und Gastgeber, vom Hotel bis zum Property Manager, arbeiten mit Revenue Management. Der RevPAR gehört dabei zu den wichtigsten Kennzahlen. Als KPI (Key Performance Indicator, also Leistungskennzahl) hilft er Ihnen, die Entwicklung des Zimmergeschäfts über verschiedene Zeiträume hinweg zu beurteilen und mit ähnlichen Betrieben zu vergleichen.
Weil der RevPAR den Zimmerumsatz auf ein verfügbares Zimmer herunterbricht, wird die Größe des Betriebs bei diesem Vergleich berücksichtigt. Ein kleines Boutique-Hotel und ein großes Stadthotel können deshalb denselben RevPAR erreichen. Aussagekräftig wird ein Marktvergleich allerdings erst mit Häusern, die hinsichtlich Lage, Kategorie und Nachfrage vergleichbar sind.
Wenn Sie wissen möchten, was ein tatsächlich verkauftes Zimmer im Schnitt einbringt, ergänzt der Revenue per Occupied Room (RevPOR) den RevPAR: Er misst den Umsatz pro belegtem Zimmer.
Wie wird der RevPAR berechnet?
Sie berechnen den RevPAR auf zwei Wegen, die zum selben Ergebnis führen: Zimmerumsatz geteilt durch verfügbare Zimmer oder durchschnittlicher Tagespreis mal Auslastung.
Bei der ersten Methode teilen Sie den Zimmerumsatz (Logisumsatz) der Einrichtung durch die Anzahl der verfügbaren Zimmer im selben Zeitraum. Maßgeblich ist nur der Umsatz aus dem Zimmerverkauf: Frühstück, Restaurant oder Spa zählen erst beim TRevPAR (Total Revenue per Available Room) mit.
RevPAR = Zimmerumsatz / verfügbare Zimmer
Bei der zweiten Methode nutzen Sie zwei Kennzahlen, die jeder Revenue Manager kennt: den ADR (Average Daily Rate, also die durchschnittliche Tagesrate pro verkauftem Zimmer) und die Auslastung, also die Belegungsquote, im Revenue Management oft Occupancy (OCC) genannt.
RevPAR = ADR × Auslastung
Ein Rechenbeispiel: Ein Haus mit 10 Zimmern verkauft in einer Nacht 8 Zimmer zu durchschnittlich 95 Euro. Der Zimmerumsatz beträgt 760 Euro, und geteilt durch 10 verfügbare Zimmer ergibt das einen RevPAR von 76 Euro.
Mit der zweiten Formel kommen Sie auf dasselbe Ergebnis: 95 Euro × 80 % Auslastung = 76 Euro RevPAR.
Leere Zimmer zählen dabei als verfügbar mit – und genau deshalb verbindet der RevPAR Preis und Auslastung in einer Kennzahl.
Wenn Sie unsicher sind, welche Umsätze in die durchschnittliche Tagesrate gehören, lesen Sie, wie Sie die ADR berechnen und erhöhen.
Was erfährt man mithilfe des RevPAR?
Der RevPAR zeigt, wie gut Preis und Auslastung zusammenarbeiten, um aus der verfügbaren Zimmerkapazität Umsatz zu erzielen. Genau das können ADR oder Auslastung allein nicht zeigen.
Das folgende Beispiel vergleicht drei gleiche Einrichtungen mit jeweils zehn verfügbaren Zimmern, aber mit unterschiedlicher Auslastung und unterschiedlichem ADR.
Haus | Auslastung (OCC) | Durchschnittliche Tagesrate (ADR) | RevPAR | Umsatz (RevPAR × 10 verfügbare Zimmer) |
Hotel 1 | 100 % | 80 € | 80 € | 800 € |
Hotel 2 | 80 % | 95 € | 76 € | 760 € |
Hotel 3 | 60 % | 140 € | 84 € | 840 € |
Eine hohe Auslastung bedeutet also nicht automatisch einen hohen Zimmerumsatz pro verfügbarer Kapazität. In unserem Beispiel erzielt Hotel 3 trotz nur sechs verkaufter Zimmer den höchsten RevPAR.
Bei gleicher Zimmerzahl bedeutet ein höherer RevPAR auch einen höheren Zimmerumsatz, wie die letzte Spalte zeigt. Hotel 1 ist ausgebucht und bringt trotzdem weniger ein als Hotel 3, das weniger Zimmer zu einem höheren Durchschnittspreis verkauft.
Warum ist der RevPAR so wichtig?
Mit dem RevPAR sehen Sie auf einen Blick, wie gut Preis und Auslastung zusammen funktionieren.
Viele Hoteliers verfolgen lieber die Auslastung oder den ADR, weil beide Werte vertraut sind. Jeder zeigt aber nur eine Seite: Eine volle Auslastung kann mit zu niedrigen Preisen erkauft sein, ein hoher ADR mit vielen leeren Zimmern.
Steigt dagegen der RevPAR, bringt jedes verfügbare Zimmer Ihres Hauses im betrachteten Zeitraum im Schnitt mehr Zimmerumsatz.
Weil Sie den RevPAR immer für einen bestimmten Zeitraum berechnen, eignet er sich gut für Vergleiche: zwischen Tagen, Wochen, Monaten, Saisons oder Jahren. So erkennen Sie zum Beispiel, ob der Oktober in diesem Jahr mehr Zimmerumsatz pro verfügbarem Zimmer gebracht hat als im Vorjahr, auch wenn weniger Zimmer belegt waren.
Der RevPAR sagt allerdings nichts darüber aus, wie profitabel dieser Umsatz ist. Dafür gibt es ergänzende Kennzahlen wie den CostPAR (Cost per Available Room) und den GOPPAR (Gross Operating Profit per Available Room).
6 Möglichkeiten, den RevPAR zu steigern
Den RevPAR steigern Sie, indem Sie den durchschnittlichen Tagespreis oder die Auslastung erhöhen – im besten Fall jeweils dort, wo die Nachfrage es zulässt.
Diese sechs Ansätze können dabei helfen:
1. Belegung an „schwachen“ Tagen erhöhen
An Tagen mit schwacher Nachfrage kann eine gezielte Preisanpassung helfen, zusätzliche Buchungen zu gewinnen.
Entscheidend ist, den Effekt auf den RevPAR zu beobachten: Eine niedrigere Rate ist nur dann sinnvoll, wenn die zusätzliche Nachfrage den geringeren Erlös pro verkauftem Zimmer ausgleicht.
Wenn sich schwache Tage über ganze Wochen ziehen, helfen Ihnen die 8 Strategien zur Steigerung der Hotelauslastung.
2. Preise an starken Tagen anpassen
Wenn bestimmte Termine regelmäßig sehr stark nachgefragt oder früh ausgebucht sind, kann ein höherer Preis zusätzlichen Umsatz bringen.
Bleibt die Nachfrage trotz höherer Rate stabil, steigt der RevPAR. Gerade deshalb lohnt es sich, stark nachgefragte Termine nicht zu früh zu niedrigen Preisen auszuverkaufen.
3. Zimmerangebot differenzieren
Unterschiedliche Zimmerkategorien und Upgrades können helfen, einen höheren durchschnittlichen Zimmerpreis zu erzielen.
Zusatzleistungen wie Frühstück, Spa oder Transfers steigern dagegen nicht direkt den RevPAR, weil dieser nur den Zimmerumsatz berücksichtigt. Sie erhöhen den Gesamtumsatz pro verfügbarem Zimmer und werden deshalb im TRevPAR sichtbar.
Wie Sie solche Leistungen gezielt anbieten, lesen Sie im Beitrag über Upselling als schnellen Weg zur Umsatzsteigerung.
4. Angebot aufwerten
Überlegen Sie, welche Leistungen den wahrgenommenen Wert Ihrer Zimmer erhöhen können, etwa ein Whirlpool, ein hochwertiges Frühstück, ein Parkplatz oder ein Spa-Angebot.
Wenn Gäste darin einen echten Mehrwert sehen, kann das höhere Zimmerpreise unterstützen. Machen Sie diese Vorteile deshalb bereits bei der Buchung sichtbar.
5. Pflegen Sie Ihr Image online
Das Image Ihrer Unterkunft beeinflusst, wie Gäste Ihr Angebot und Ihren Preis wahrnehmen.
Laut einer Studie des Center for Hospitality Research der Cornell University aus dem Jahr 2012 kann ein Hotel, das seinen Online-Reputationswert um 1 % verbessert, den RevPAR um bis zu 1,42 % steigern.
6. Dynamische Preise nutzen
Mit dynamischen Preisen passen Sie die Zimmerpreise laufend an Nachfrage und Buchungslage an, statt für längere Zeiträume mit unveränderten Raten zu arbeiten.
Ein Revenue-Management-System (RMS) kann dafür Buchungsstand, Nachfrage und Marktinformationen auswerten und daraus Preisempfehlungen oder automatisierte Preisänderungen ableiten.
Ein Channel Manager verteilt die aktualisierten Preise anschließend auf die angeschlossenen Buchungskanäle. In der Smartness-Plattform übernimmt Smartpricing die dynamische Preisberechnung.
Wenn Sie noch abwägen, ob sich eine solche Software für Ihr Haus eignet, lesen Sie die 7 guten Gründe für eine Revenue Management Software.
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Der RevPAR und seinesgleichen: TRevPAR, CostPAR, GOPPAR
Die drei wichtigsten verwandten Kennzahlen sind der TRevPAR für den Gesamtumsatz, der CostPAR für die Kosten und der GOPPAR für den Bruttobetriebsgewinn pro verfügbarem Zimmer.
Der RevPAR konzentriert sich auf das Zimmergeschäft. Ein Hotel besteht aber nicht nur aus Zimmern: Restaurant, Bar, Spa oder Parkplatz können zusätzlichen Umsatz erzeugen, der für die wirtschaftliche Bewertung ebenfalls wichtig ist.
Deshalb nutzen viele Häuser zusätzlich den TRevPAR, also den Gesamtumsatz pro verfügbarem Zimmer. Er berücksichtigt neben dem Zimmerumsatz auch zusätzliche Erlöse aus anderen Bereichen.
Sie berechnen den TRevPAR, indem Sie den Gesamtumsatz der Einrichtung in einem bestimmten Zeitraum, Extras inklusive, durch die Anzahl der in diesem Zeitraum verfügbaren Zimmer teilen.
TRevPAR = Gesamtumsatz / alle verfügbaren Zimmer
Wann welche Kennzahl die richtige Frage beantwortet, vergleicht unser Beitrag RevPAR, GOPPAR und TRevPAR: Welche Kennzahl zeigt was?.
Wie berechnen Sie mit CostPAR und GOPPAR die Profitabilität pro Zimmer?
Der CostPAR zeigt die Kosten pro verfügbarem Zimmer, der GOPPAR den Bruttobetriebsgewinn pro verfügbarem Zimmer. Beide ergänzen den RevPAR, wenn Sie neben dem Umsatz auch die Kosten und die Profitabilität betrachten möchten.
Der CostPAR, also die Kosten pro verfügbarem Zimmer, stellt den Kostenblock dem RevPAR gegenüber.
Die Bestandteile berechnen Sie so:
- Fixkosten pro Einheit für einen festgelegten Zeitraum = Fixkosten insgesamt / verfügbare Zimmer im selben Zeitraum
- Variable Kosten pro Einheit für einen festgelegten Zeitraum = variable Kosten insgesamt / verfügbare Zimmer im selben Zeitraum
CostPAR = Fixkosten pro Einheit + variable Kosten pro Einheit
Die Differenz zwischen RevPAR und CostPAR kann Ihnen zeigen, wie viel vom Zimmerumsatz nach den in der Berechnung berücksichtigten Zimmerkosten pro verfügbarem Zimmer übrig bleibt.
Sie entspricht jedoch nicht automatisch dem Gesamtgewinn Ihres Hotels, weil weitere Umsätze und Betriebskosten außerhalb des Zimmerbereichs hinzukommen können.
Welche Kostenpositionen Sie dafür erfassen, zeigen wir im Beitrag darüber, wie Sie Ihre Hotelkosten berechnen.
Eine umfassendere Kennzahl ist der GOPPAR, also der Bruttobetriebsgewinn pro verfügbarem Zimmer. Gegenüber dem RevPAR berücksichtigt er die gesamten betrieblichen Erträge und Betriebskosten der Einrichtung, nicht nur das Zimmergeschäft.
Der GOP (Gross Operating Profit, also Bruttobetriebsgewinn) ist die Differenz zwischen den betrieblichen Erträgen und Kosten vor bestimmten nicht-operativen Positionen. Für den GOPPAR teilen Sie den GOP durch die Anzahl der verfügbaren Zimmer im festgelegten Zeitraum.
GOPPAR = GOP / verfügbare Zimmer
Von den hier genannten Kennzahlen zeigt der GOPPAR am direktesten, wie sich die operative Profitabilität auf die verfügbare Zimmerkapazität verteilt.
Wenn Sie ihn für Ihr eigenes Haus durchrechnen möchten, finden Sie eine Beispielrechnung im Glossar zum Bruttobetriebsgewinn pro verfügbarem Zimmer (GOPPAR).
Der RevPAR ist gerade deshalb hilfreich, weil er weder eine hohe Auslastung noch einen hohen Zimmerpreis isoliert bewertet. Entscheidend ist, wie gut beides für den jeweiligen Termin zusammenpasst.
Genau hier setzt dynamische Preisgestaltung an. Smartpricing analysiert Buchungslage, Nachfrage, Marktbewegungen, Events und weitere Signale und passt Ihre Zimmerpreise automatisch an. Sie behalten dabei die Kontrolle über Ihre Preisstrategie und können unter anderem Mindest- und Höchstpreise sowie weitere Regeln festlegen.
So reagieren Ihre Preise laufend auf die tatsächliche Nachfrage, ohne dass Sie jeden Termin manuell überprüfen und neu kalkulieren müssen.
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Einen allgemein guten RevPAR gibt es nicht, denn der Wert hängt von Lage, Kategorie, Saison und Nachfrage ab.
Aussagekräftig wird er im Vergleich: mit Ihrem eigenen Vorjahreszeitraum und mit vergleichbaren Häusern in derselben Destination. Für den Vergleich mit einem definierten Wettbewerbsset wird häufig der RevPAR-Index verwendet.
Der ADR misst den durchschnittlichen Preis pro verkauftem Zimmer, der RevPAR den Zimmerumsatz pro verfügbarem Zimmer – also auch unter Einbeziehung der Zimmer, die leer geblieben sind.
Ein hoher ADR kann deshalb mit einem niedrigen RevPAR zusammenfallen, wenn viele Zimmer unverkauft bleiben.
Der RevPAR entspricht dem ADR multipliziert mit der Auslastung und verbindet damit Preis und Belegung in einer Zahl.
Der RevPAR-Index, auch RGI (Revenue Generation Index), setzt Ihren RevPAR ins Verhältnis zum durchschnittlichen RevPAR Ihres definierten Wettbewerbssets:
Eigener RevPAR / RevPAR des Wettbewerbssets × 100
Ein Wert über 100 bedeutet, dass Ihr Haus im betrachteten Zeitraum einen höheren RevPAR erzielt als das Wettbewerbsset. Ein Wert unter 100 zeigt entsprechend eine schwächere RevPAR-Performance.
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