RevPAR, GOPPAR und TrevPAR: Welche Kennzahl zeigt was?
Warum gleicher RevPAR nicht gleicher Gewinn ist und welche KPIs Hotels zusätzlich brauchen.
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RevPAR gilt in vielen Häusern als die zentrale Kennzahl im Revenue Management. Ein hoher Wert signalisiert eine gute Belegung zu soliden Raten, und das stimmt soweit auch. Was RevPAR nicht zeigt, ist, wie viel davon nach Abzug der Betriebskosten tatsächlich übrig bleibt.
Stellen Sie sich zwei Hotels mit je 100 Zimmern vor. Beide erzielen einen RevPAR von 85 EUR. Das erste arbeitet mit niedrigen Distributions- und Personalkosten und erzielt beispielsweise eine Gewinnmarge von 45 Prozent. Das zweite hat hohe Provisionen über Buchungsportale und einen teuer ausgestatteten Betrieb, die Marge liegt bei etwa 18 Prozent. RevPAR allein macht diesen Unterschied unsichtbar.
Wer nur auf RevPAR schaut, trifft Preisentscheidungen ohne das vollständige Bild. Welche Kennzahlen das Bild vervollständigen, erklären wir in diesem Artikel. Mehr zu den wichtigsten KPIs für Hotels finden Sie in unserem Überblick.
Was RevPAR zeigt und was nicht
RevPAR steht für Revenue per Available Room, also Zimmerumsatz pro verfügbarem Zimmer. Die Formel lautet: Zimmerumsatz geteilt durch verfügbare Zimmer, oder gleichwertig: durchschnittliche Tagesrate (ADR) multipliziert mit der Auslastung.
Ein Rechenbeispiel: Ein Hotel mit 100 Zimmern, einer Auslastung von 75 Prozent und einem ADR von 120 EUR erzielt einen RevPAR von 90 EUR. Dieser Wert sagt aus, wie effizient das Haus seine Zimmerkapazität in Umsatz umwandelt.
RevPAR ist die branchenweit verbreitetste Kennzahl zur Messung der Zimmerauslastung und Preisleistung. Sie gibt Aufschluss darüber, wie gut ein Haus seine verfügbare Kapazität nutzt, sagt aber nichts über Kosten oder Umsatz aus anderen Abteilungen aus.
Die Grenze von RevPAR liegt genau dort, wo andere Faktoren ins Spiel kommen: Betriebskosten, Vertriebsgebühren, F&B-Umsätze oder Spa-Einnahmen bleiben vollständig außen vor. Für eine fundierte Bewertung der wirtschaftlichen Lage eines Hauses reicht RevPAR allein nicht aus. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zum RevPAR im Detail.
RevPAR zeigt also, wie gut Zimmer verkauft werden. Aber sobald Kosten ins Spiel kommen, reicht diese Perspektive nicht mehr aus.
GOPPAR: Wie profitabel ist Ihr Hotel wirklich?
GOPPAR steht für Gross Operating Profit per Available Room, also den Brutto-Betriebsgewinn pro verfügbarem Zimmer. Die Formel lautet: Gross Operating Profit geteilt durch die Anzahl der verfügbaren Zimmer. Der Gross Operating Profit ergibt sich aus dem Gesamtumsatz abzüglich aller operativen Kosten, bevor Zinsen, Steuern und Abschreibungen berücksichtigt werden.
Nehmen wir wieder das Beispiel von oben: Das Hotel erzielt 90 EUR RevPAR. Nach Abzug der Betriebskosten von 55 EUR pro verfügbarem Zimmer, dazu zählen Personalkosten, OTA-Provisionen, Energie und Instandhaltung, verbleiben 35 EUR GOPPAR. Das ist der Betrag, der dem Haus tatsächlich zur Verfügung steht.
GOPPAR gibt an, wie viel Betriebsgewinn ein Hotel pro verfügbarem Zimmer erwirtschaftet. Die Kennzahl berücksichtigt sämtliche operativen Kosten und zeigt damit, ob ein Haus trotz guter Belegung und Raten wirtschaftlich stabil arbeitet.
In größeren Häusern wird GOPPAR häufig auf Basis von USALI ausgewertet, einem internationalen Standard für die Strukturierung von Hotelumsätzen und Kosten.
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Für Häuser ohne eigenes Revenue-Management-Team ist GOPPAR besonders wertvoll, weil es zeigt, ob Kostensenkungen oder Preisanpassungen tatsächlich auf den Gewinn durchschlagen.
GOPPAR zeigt, was nach den Kosten übrig bleibt. Was die Kennzahl aber nicht sichtbar macht: welche zusätzlichen Umsatzquellen neben dem Zimmergeschäft zur Gesamtleistung beitragen.
TrevPAR: Wie viel Umsatz entsteht über das Zimmer hinaus?
TrevPAR steht für Total Revenue per Available Room, also den gesamten Umsatz aller Abteilungen pro verfügbarem Zimmer. Die Formel lautet: Gesamtumsatz aus allen Erlösquellen geteilt durch die Anzahl der verfügbaren Zimmer. Dazu gehören neben dem Zimmerumsatz auch Einnahmen aus Gastronomie, Spa, Veranstaltungen oder anderen Leistungen.
Im Beispiel: Das Hotel mit 90 EUR RevPAR erwirtschaftet zusätzlich 25 EUR pro Zimmer aus F&B und 10 EUR aus dem Spa. Der TrevPAR liegt damit bei 125 EUR, also deutlich über dem reinen Zimmerumsatz von 90 EUR. Dieser Unterschied zeigt, welchen Beitrag die Nebenleistungen zur Gesamtperformance leisten.
TrevPAR ist die Kennzahl, die im Rahmen eines Total Revenue Managements an Bedeutung gewinnt.
Dieser strategische Ansatz betrachtet nicht nur Zimmerpreise, sondern alle Umsatzquellen eines Hauses als steuerbare Größen. Für Betriebe mit Gastronomie, Wellness oder Veranstaltungsräumen gibt TrevPAR ein realistischeres Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit als RevPAR allein.
Gleichzeitig sagt TrevPAR, ähnlich wie RevPAR, nichts über die Kosten aus. Ein hoher TrevPAR bei gleichzeitig hohen Betriebsausgaben kann trotzdem zu einem schwachen GOPPAR führen. Erst die Kombination aller drei Kennzahlen ermöglicht eine belastbare Einschätzung.
Drei KPIs, drei Perspektiven
Die drei Kennzahlen messen unterschiedliche Aspekte der Hotelperformance und ergänzen sich gegenseitig. Keine dieser Kennzahlen liefert allein ein vollständiges Bild. Erst im Zusammenspiel zeigen sie, wo ein Haus wirtschaftlich steht.
Zwei Hotels, gleicher RevPAR: warum das Ergebnis trotzdem anders ist
Auf dem Papier sehen beide Häuser gleich stark aus: 80 Zimmer, 85 EUR RevPAR. Für die Preisstrategie wäre das ein ähnliches Ergebnis. Für den Gewinn aber nicht.
Das Boutique-Hotel Alpenblick betreibt ein Restaurant, einen Wellnessbereich und bietet Aktivitätspakete an. Der TrevPAR liegt bei 140 EUR, weit über dem reinen Zimmerumsatz. Die Betriebskosten sind jedoch erheblich: Personal für Restaurant und Spa, hohe Energiekosten und aufwendige Instandhaltung drücken den GOPPAR auf 28 EUR.
Das Hotel Stadtpark konzentriert sich auf Zimmer und Frühstück, ohne aufwendige Nebenleistungen. Der TrevPAR liegt bei 95 EUR. Weil die Betriebsstruktur schlank ist, niedrige Distributionskosten und ein kleines Team, erzielt das Haus einen GOPPAR von 42 EUR.
RevPAR stellt beide Häuser auf dieselbe Stufe. TrevPAR bevorzugt das Alpenblick wegen seiner vielfältigen Umsatzquellen. GOPPAR bevorzugt das Stadtpark, weil es trotz geringerer Einnahmen effizienter wirtschaftet. Welches der beiden Häuser besser aufgestellt ist, hängt von der Strategie ab. Ohne alle drei Kennzahlen lässt sich diese Frage nicht beantworten.
Welche Kennzahl hilft bei welcher Entscheidung?
RevPAR ist die richtige Kennzahl für tägliche Preisentscheidungen. Sie zeigt, ob die aktuelle Auslastungs- und Ratenkombination im Vergleich zum Markt funktioniert, und ist der Standard im Wettbewerbsvergleich. Wenn Sie Ihre Preise für die kommenden Wochen kalibrieren, ist RevPAR der erste Orientierungspunkt.
GOPPAR gibt Aufschluss über die tatsächliche Profitabilität eines Zeitraums. Weil diese Kennzahl alle operativen Kosten einbezieht, darunter auch Distributionskosten wie OTA-Provisionen und Buchungsgebühren, zeigt sie, welche Kanäle und Belegungsstrategien wirklich rentabel sind. Wenn Sie analysieren möchten, ob eine Kostensenkung oder eine Kanalverschiebung Wirkung hatte, ist GOPPAR die aussagekräftigste Größe.
TrevPAR kommt ins Spiel, wenn Sie Ihre Gesamtstrategie bewerten. Haben Investitionen in Gastronomie oder Wellness den Gesamtumsatz spürbar erhöht? Leistet der F&B-Bereich einen nennenswerten Beitrag zum Gesamtergebnis? Diese Fragen beantwortet TrevPAR. Für Häuser mit mehreren Umsatzquellen ist diese Kennzahl unverzichtbar, um die Ertragsstrategie als Ganzes zu beurteilen.
Warum Sie RevPAR, GOPPAR und TrevPAR zusammen betrachten sollten
RevPAR, GOPPAR und TrevPAR sind keine alternativen Messgrößen, aus denen Sie eine auswählen. Sie sind Schichten eines Systems, das unterschiedliche Aspekte der Hotelperformance beleuchtet.
Wer nur RevPAR überwacht, kann eine starke Belegung sehen, ohne zu bemerken, dass steigende Distributionskosten die Marge erheblich drücken. Wer nur GOPPAR betrachtet, erkennt Profitabilität, aber nicht, ob Nebenleistungen zum Umsatz beitragen. Wer nur TrevPAR analysiert, sieht das gesamte Umsatzbild, ohne Kostenkontrolle einzubeziehen.
Erst wenn RevPAR, GOPPAR und TrevPAR gemeinsam betrachtet werden, entsteht ein vollständiges Bild der wirtschaftlichen Lage: wie effizient Zimmerkapazität genutzt wird, ob das Haus profitabel arbeitet, und wie stark alle Abteilungen zum Ergebnis beitragen.
In der Praxis liegt die Schwierigkeit oft nicht darin, die Kennzahlen zu verstehen. Das Problem beginnt dort, wo Daten aus PMS, Channel Manager, Buchhaltung oder Excel-Listen manuell zusammengeführt werden müssen. Genau dann wird Analyse langsam, fehleranfällig und schwer vergleichbar.
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FAQs
Es gibt keine einzelne Kennzahl, die alle relevanten Informationen liefert. RevPAR misst die Zimmerleistung, GOPPAR die Profitabilität und TrevPAR den Gesamtumsatz. Für ein vollständiges Bild der Hotelperformance sollten Sie alle drei gemeinsam analysieren. Welche im jeweiligen Moment im Vordergrund steht, hängt davon ab, ob Sie Preise kalkulieren, Kosten bewerten oder Ihre Gesamtstrategie überprüfen.
TrevPAR ergibt sich aus dem Gesamtumsatz aller Abteilungen geteilt durch die Anzahl der verfügbaren Zimmer. Zum Gesamtumsatz zählen neben dem Zimmerumsatz auch Einnahmen aus Gastronomie, Spa, Veranstaltungen und weiteren Leistungen. Ein Hotel mit 100 Zimmern, das insgesamt 12.500 EUR Tagesumsatz aus allen Bereichen erzielt, hat einen TrevPAR von 125 EUR.
RevPAR ist ein nützlicher Ausgangspunkt, besonders für tägliche Preisentscheidungen und den Marktvergleich. Für kleinere Häuser, die ausschließlich Zimmer vermieten und keine Nebenleistungen anbieten, kann RevPAR kurzfristig ausreichen. Sobald Betriebskosten, Distributionsgebühren oder weitere Umsatzquellen eine Rolle spielen, sind GOPPAR und TrevPAR notwendig, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
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