Upselling im Hotel: Strategie, Beispiele und 6 praktische Schritte
So entwickeln Sie Angebote, die Umsatz steigern und den Aufenthalt für Gäste verbessern.
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Upselling im Hotel bedeutet, Gästen ein höherwertiges Angebot oder eine passende Zusatzleistung vorzuschlagen, die ihren Aufenthalt verbessert und den Wert der Buchung erhöht. Dazu gehören Zimmer-Upgrades, Frühstück, Parkplatz, Spa, Late Check-out, lokale Erlebnisse oder Pakete für bestimmte Gästesegmente. Eine gute Upselling-Strategie verbindet Gästedaten, passende Angebote, den richtigen Zeitpunkt und eine klare Kommunikation, ohne aufdringlich zu wirken.
Upselling gehört seit Langem zur Hotellerie. Ein Zimmer mit besserer Aussicht, ein Frühstückspaket, ein Parkplatz, eine Massage oder ein später Check-out: Viele Gäste sind bereit, mehr auszugeben, wenn sie sofort verstehen, welchen Vorteil sie davon haben.
Trotzdem bleibt Upselling in vielen Betrieben dem Zufall überlassen. Es passiert an der Rezeption, wenn jemand gerade daran denkt. Oder es steckt in langen Gästemappen, die kaum jemand liest. Oder es wird als allgemeines Angebot an alle Gäste verschickt, obwohl nicht jeder Gast dasselbe braucht.
Dabei ist der Zeitpunkt günstig. Gäste erwarten heute nicht nur ein Zimmer, sondern ein Erlebnis, das zu ihrer Reise passt. Gleichzeitig suchen viele Hotels nach Möglichkeiten, mehr Umsatz aus bestehenden Buchungen zu erzielen, ohne nur über höhere Zimmerpreise zu arbeiten.
Upselling kann genau hier ansetzen: bei Gästen, die sich bereits für Ihr Haus entschieden haben.
Was bedeutet Upselling im Hotel?
Wenn Sie bisher unter Upselling vor allem Zimmer-Upgrades verstanden haben, ist das richtig, aber nicht vollständig.
Im engeren Sinn bedeutet Upselling, einem Gast eine höherwertige Variante dessen anzubieten, was er bereits gekauft hat. Zum Beispiel:
- Superior-Zimmer statt Standardzimmer
- Suite statt Doppelzimmer
- besserer Wein statt Hauswein
- Wellness-Paket statt einzelner Behandlung
Im Hotelalltag wird Upselling aber oft weiter gefasst. Dann gehören auch ergänzende Leistungen dazu, die den Aufenthalt verbessern. Genau genommen handelt es sich dabei häufig um Cross-Selling.
Beispiele dafür sind:
- Frühstück zu einer Room-only-Buchung
- Parkplatz oder Transfer
- früher Check-in oder später Check-out
- Spa-Behandlung
- Fahrradverleih
- lokale Touren oder Erlebnisse
- Blumen, Wein oder ein Willkommenspaket im Zimmer
Dazu kommen situative Verkaufsvorschläge. Ein Gast fragt zum Beispiel nach einer Wanderroute, und Ihr Team weist darauf hin, dass viele Gäste diese Strecke mit einem gemieteten E-Bike fahren. Der Gast hatte nicht aktiv danach gesucht, bekommt aber einen passenden Vorschlag.
In diesem Leitfaden verwenden wir Upselling deshalb als praktischen Oberbegriff für alle Angebote, die den Wert einer Buchung erhöhen: Upgrades, Zusatzleistungen und passende Empfehlungen entlang des Aufenthalts.
Warum lohnt sich Upselling für Hotels?
Upselling lohnt sich aus zwei Gründen: Es erhöht den Umsatz pro Buchung und kann gleichzeitig den wahrgenommenen Wert des Aufenthalts steigern.
1. Sie verkaufen an Gäste, die bereits gebucht haben
Der schwierigste Schritt ist schon geschafft: Der Gast hat sich für Ihr Haus entschieden.
Sie müssen ihn also nicht erst von Ihrer Unterkunft überzeugen. Sie müssen nur zeigen, dass eine bessere Zimmerkategorie, eine zusätzliche Leistung oder ein Erlebnis seinen Aufenthalt angenehmer, einfacher oder besonderer macht.
Das macht Upselling zu einem besonders effizienten Umsatzhebel. Sie arbeiten mit bestehender Nachfrage und erhöhen den Wert der Buchung, statt ausschließlich neue Gäste gewinnen zu müssen.
2. Sie verbessern die Wahrnehmung des Aufenthalts
Ein gutes Upselling-Angebot fühlt sich nicht wie ein Aufpreis an, sondern wie eine Möglichkeit zur Personalisierung.
Der Gast bewertet den Vorschlag nicht isoliert. Er vergleicht ihn mit dem, was er bereits gebucht hat. Ein Superior-Zimmer kostet dann nicht einfach 160 Euro pro Nacht, sondern vielleicht „nur 20 Euro mehr pro Nacht als das Standardzimmer“. Ein Spa-Paket fühlt sich nicht wie ein zusätzlicher Verkauf an, wenn es gut zum Anlass der Reise passt.
Entscheidend ist, dass der Gast den Nutzen sofort erkennt:
- mehr Komfort
- weniger organisatorischer Aufwand
- ein besonderer Moment
- mehr Flexibilität
- ein besseres Erlebnis vor Ort
Wenn das gelingt, unterstützt Upselling nicht nur den Umsatz, sondern auch die Zufriedenheit.
Warum sollte Upselling unaufdringlich sein?
Upselling funktioniert in der Hotellerie nur, wenn es zum Aufenthalt passt.
Ein Gast, der ankommt, möchte sich entspannen, schnell ins Zimmer, die Reise beginnen oder ein konkretes Problem lösen. Ein aggressives Verkaufsgespräch wirkt in diesem Moment schnell störend. Ein passendes Angebot dagegen kann als Service wahrgenommen werden.
Der Unterschied liegt in der Relevanz.
Ein unpassendes Angebot klingt nach Verkauf. Ein gutes Angebot beantwortet eine Frage, die der Gast gerade wirklich haben könnte:
- Wie komme ich bequem vom Flughafen zum Hotel?
- Kann ich früher einchecken?
- Gibt es eine bessere Zimmerkategorie für diesen Anlass?
- Was kann ich heute Abend unternehmen?
- Wie kann ich den Abreisetag entspannter gestalten?
Wenn Upselling als natürliche Erweiterung Ihres Service erscheint, steigt die Chance, dass Gäste es annehmen. Und selbst wenn sie ablehnen, bleibt der Eindruck positiv.
Schritt 1: Welche Gäste möchten Sie erreichen?
Der erste Schritt ist die Segmentierung Ihrer Gäste. Sie müssen nicht jedes Angebot für jeden Gast neu erfinden. Aber Sie sollten wissen, welche Gästetypen bei Ihnen buchen und welche Bedürfnisse sie haben.
Nutzen Sie dafür die Daten, die bereits in PMS, CRM, Buchungshistorie oder Gästekommunikation vorhanden sind. Hilfreich sind zum Beispiel:
- Reisegrund
- Aufenthaltsdauer
- Buchungskanal
- Zimmerkategorie
- Herkunftsmarkt
- wiederkehrende Gäste
- Familien, Paare, Gruppen oder Geschäftsreisende
- frühere Käufe oder genutzte Services
- Feedback aus Bewertungen oder Gesprächen
Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, hilft der Leitfaden zur Hotelmarktsegmentierung.
Am Ende der Analyse sollten Sie nicht nur Gästekategorien kennen, sondern auch erkennen, welche Angebote zu ihnen passen.
Beispiele:
- Familien mit Kindern suchen Flexibilität, Platz, einfache Abläufe und kindgerechte Aktivitäten.
- Paare interessieren sich eher für Wellness, private Erlebnisse, Verkostungen oder besondere Zimmer.
- Geschäftsreisende schätzen Effizienz, frühes Einchecken, spätes Auschecken, schnelles WLAN und Transfer.
- Gruppen brauchen organisierte Angebote, gemeinsame Aktivitäten und klare Abläufe.
- Wiederkehrende Gäste reagieren oft besser auf persönliche Angebote als auf allgemeine Rabatte.
Segmentierung hilft nicht nur, bestehende Gäste besser anzusprechen. Sie kann auch zeigen, welche neuen Zielgruppen Sie erreichen möchten. Wenn Ihr Betrieb bisher stark auf Geschäftsreisende ausgerichtet war, könnten Wochenend- oder Bleisure-Angebote neue Nachfrage schaffen.
Schritt 2: Welche Zusatzleistungen passen zu diesen Gästen?
Nicht jedes Hotel braucht ein Spa, ein Restaurant oder ein großes Erlebnisprogramm, um Upselling zu betreiben.
Viele Zusatzleistungen, die Gäste verstehen und kaufen, sind sehr praktisch:
- Frühstück
- Parkplatz
- Transfer
- früher Check-in
- später Check-out
- Zimmer-Upgrade
- Wellness-Behandlung
- Restaurantangebot
- Fahrradverleih
- lokale Tour
- Tickets oder Erlebnisse in der Umgebung
Booking.com und Statista zeigen im European Accommodation Barometer, dass Hoteliers weiterhin Chancen in Bereichen wie Komfort, Wiederbuchung, lokalen Erlebnissen und moderner Vermarktung sehen. Genau in diesem Umfeld wird ein gutes Zusatzangebot relevant: Es hilft dem Gast, den Aufenthalt einfacher oder besonderer zu machen.
Gehen Sie bei der Angebotsentwicklung in drei Schritten vor.
Was können Sie selbst anbieten?
Starten Sie mit Leistungen, die Ihr Betrieb bereits hat oder leicht organisieren kann:
- Frühstück
- Parkplatz
- Late Check-out
- bessere Zimmerkategorie
- Willkommenspaket
- Restaurantleistung
- Spa-Zugang
- Fahrradverleih
- Gepäckaufbewahrung
Diese Angebote sind oft am einfachsten umzusetzen, weil Ihr Team Verfügbarkeit, Preis und Ablauf selbst steuern kann.
Was können Partner anbieten?
Wenn Sie nicht alles selbst anbieten, können lokale Partner Ihr Angebot erweitern:
- Restaurants
- Spas
- Reiseleiter
- Museen
- Weingüter
- Sportanbieter
- Transferdienste
- Tourenanbieter
So können Sie ein breiteres Erlebnis schaffen, ohne in neue Infrastruktur zu investieren. Wichtig ist nur, dass die Qualität stimmt und die Buchung für den Gast einfach bleibt.
Was passt zu welchem Segment?
Ein Familienpaket sollte nicht wie ein Romantikpaket klingen. Ein Geschäftsreisender braucht andere Vorteile als ein Paar am Wochenende.
Beispiel Familien:
- vergünstigte Tickets für lokale Attraktionen
- Kindermenüs
- Babysitter-Service
- Zimmer mit Verbindungstür
- flexibler Check-in oder Check-out
Beispiel Paare:
- Spa-Paket
- private Verkostung
- Dinner-Erlebnis
- Zimmer mit Aussicht
- Blumen oder Wein im Zimmer
Beispiel Geschäftsreisende:
- früher Check-in
- später Check-out
- schneller Transfer
- ruhiges Zimmer
- Frühstück zum Mitnehmen
Das Ziel ist nicht, möglichst viele Angebote zu sammeln. Das Ziel ist, die richtigen Angebote für die richtigen Gäste vorzubereiten.
Schritt 3: Wie formulieren Sie ein überzeugendes Angebot?
Ein gutes Upselling-Angebot braucht nicht nur einen Preis. Es braucht einen klaren Grund, warum der Gast es wählen sollte.
Hier hilft ein Blick auf die Psychologie, aber ohne daraus eine Wissenschaft zu machen. Gäste entscheiden oft schnell, besonders wenn sie unterwegs sind, gerade einchecken oder eine Nachricht nur kurz überfliegen. Ihr Angebot muss deshalb leicht zu verstehen sein.
Zeigen Sie den konkreten Unterschied
Der Gast hat bereits einen Anker: das Zimmer, die Rate oder das Paket, das er gebucht hat. Nutzen Sie diesen Anker.
Schwächer:
Möchten Sie auf ein Superior-Zimmer upgraden?
Besser:
Für 20 Euro mehr pro Nacht erhalten Sie ein größeres Zimmer mit Balkon und Blick auf den See.
Der Gast versteht sofort, was sich ändert und was es kostet.
Beschreiben Sie das Erlebnis, nicht nur die Leistung
Viele Angebote scheitern, weil sie wie eine Preisliste klingen.
Statt:
Fahrradverleih: 20 Euro
Besser:
Erkunden Sie den Seeweg direkt vom Hotel aus. Halbtägiger Fahrradverleih ab 20 Euro.
Statt:
Spa-Paket: 80 Euro
Besser:
Entspannen Sie nach der Anreise mit einer 50-minütigen Massage und Zugang zum Wellnessbereich.
Die Leistung bleibt dieselbe. Aber der Gast erkennt schneller, warum sie für seinen Aufenthalt interessant sein könnte.
Nutzen Sie Bilder und Bewertungen
Bilder, kurze Videos und Gästebewertungen helfen dem Gast, das Angebot einzuordnen. Das gilt besonders für Zimmer-Upgrades, Spa-Angebote, lokale Erlebnisse und Pakete.
Wenn frühere Gäste den Ausblick, das Frühstück oder eine Behandlung besonders positiv erwähnen, können Sie diese Wahrnehmung nutzen. Wichtig ist, dass die Bewertung echt ist und zum Angebot passt.
Verwenden Sie Knappheit und Dringlichkeit nur, wenn sie echt sind
Knappheit kann funktionieren, wenn sie operativ stimmt:
Für Ihre Reisedaten sind noch zwei Zimmer mit Balkon verfügbar.
Oder:
Dieses Upgrade ist bis 48 Stunden vor Anreise buchbar.
Falsche Dringlichkeit beschädigt Vertrauen. Wenn jedes Angebot „nur heute“ gilt, obwohl es morgen wieder erscheint, verliert es an Glaubwürdigkeit.
Geben Sie Ihrem Team einen klaren Rahmen
Wenn Upselling im Gespräch passiert, sollte es nicht vom Improvisationstalent einzelner Mitarbeitender abhängen.
Ihr Team braucht:
- klare Angebote
- einfache Preislogik
- passende Formulierungen
- Informationen zur Verfügbarkeit
- Grenzen, wann nicht verkauft werden sollte
- Schulung für unaufdringliche Gesprächsführung
Dann wirkt Upselling nicht wie Druck, sondern wie ein professioneller Servicevorschlag.
Schritt 4: Wann sollten Sie Upselling anbieten?
Upselling kann in jeder Phase des Aufenthalts funktionieren. Aber jede Phase hat andere Chancen.
Vor dem Aufenthalt
Pre-stay Upselling umfasst die Zeit zwischen Buchungsbestätigung und Check-in. Der Gast bereitet seine Reise vor und ist oft offen für Angebote, die Organisation oder Erlebnis verbessern.
Geeignete Angebote sind zum Beispiel:
- Transfer
- Parkplatz
- Frühstück
- Zimmer-Upgrade
- Spa-Termin
- Restaurantreservierung
- Tickets oder lokale Erlebnisse
- Willkommenspaket
- früher Check-in
Der Vorteil: Wenn Sie das Angebot rechtzeitig senden, kauft der Gast nicht bereits selbst bei einem anderen Anbieter.
Versenden Sie die Vorschläge per E-Mail, WhatsApp oder über einen Link zu einer Service-Seite. Wichtig ist, dass die Nachricht nicht überladen ist. Anreiseinformationen müssen klar bleiben, und das Angebot sollte zur Buchung passen.
Mehr dazu finden Sie im Beitrag zu Pre-stay Upselling im Hotel.
Beim Check-in
Der Check-in ist ein klassischer Moment für Upselling, aber auch ein heikler.
Der Gast ist angekommen, aber vielleicht müde, in Eile oder mit Gepäck beschäftigt. Gleichzeitig kann ein gutes Angebot hier sehr wirksam sein, weil der Aufenthalt unmittelbar beginnt.
Geeignete Angebote:
- Zimmer-Upgrade
- Frühstück
- Parkplatz
- Late Check-out
- Spa oder Restaurant
- Zusatzleistungen für Familien oder Paare
Achten Sie darauf, dass der Vorschlag kurz und konkret bleibt.
Nicht:
Wir hätten noch ein Upgrade für Sie.
Sondern:
Wir haben für Ihren Aufenthalt noch ein Zimmer mit mehr Platz und Balkon frei. Es kostet 20 Euro mehr pro Nacht.
Wenn Sie an der Rezeption Informationsmaterial nutzen, sollte es nicht wie ein voller Prospektständer wirken. Wenige, gut erklärte Angebote sind besser als eine lange Liste.
Während des Aufenthalts
Während des Aufenthalts ist der Gast bereits vor Ort und erlebt Ihr Haus. Dadurch werden viele Angebote relevanter als vor der Anreise.
Geeignete Angebote:
- Restaurant und Bar
- Spa
- Massagen
- lokale Erlebnisse
- Fahrradverleih
- Ausflüge
- Zimmerservice
- Late Check-out
- Partnerangebote
- besondere Aktivitäten für Kinder
In-stay Upselling funktioniert besonders gut über passende Touchpoints:
- QR-Code im Zimmer
- WLAN-Login
- Guest App
- digitale Gästemappe
- Rezeption
- Hinweise im Restaurant oder Spa
Wichtig ist, dass der Gast nicht suchen muss. Wenn er erst verschiedene Websites öffnen oder an mehreren Stellen nachfragen muss, ist die Kaufbereitschaft schnell weg.
Ein digitaler Service-Katalog kann hier helfen: Gäste sehen verfügbare Leistungen, verstehen den Preis und können direkt anfragen oder buchen.
Nach dem Aufenthalt
Nach dem Check-out ändert sich das Ziel. Es geht nicht mehr um eine Zusatzleistung für den aktuellen Aufenthalt, sondern um Loyalität, Wiederbuchung und Direktbuchungen.
Geeignete Inhalte:
- Dankesnachricht
- Bitte um Feedback
- Rückkehrangebot
- saisonales Paket
- Geburtstags- oder Jahrestagsnachricht
- Direktbuchungsvorteil
- Angebot passend zu einem Service, den der Gast genutzt hat
Wenn ein Gast während des Aufenthalts eine Weinprobe gebucht hat, kann ein späteres Genusswochenende interessant sein. Wenn eine Familie in den Ferien gebucht hat, kann ein Angebot für die nächste Ferienzeit passen.
Wechseln Sie informative Nachrichten und kommerzielle Angebote ab. Wer nach jedem Aufenthalt sofort nur Rabatte verschickt, schwächt die Beziehung.
Schritt 5: Welche Fehler sollten Sie vermeiden?
Upselling scheitert oft nicht am Angebot selbst, sondern an der Art, wie es präsentiert wird.
Zu viele Angebote
Mehr Auswahl bedeutet nicht automatisch mehr Umsatz. Zu viele Vorschläge verwirren den Gast und erschweren die Entscheidung.
Besser sind ein bis drei passende Optionen.
Ein Angebot für alle
Ein identisches Angebot an alle Gäste wirkt schnell unpersönlich. Eine Familie, ein Geschäftsreisender und ein Paar am Wochenende brauchen nicht dieselbe Nachricht.
Segmentierung muss nicht kompliziert sein. Schon einfache Unterschiede helfen: Reisezeitpunkt, Zimmerkategorie, Aufenthaltsdauer, Anlass, Gästetyp.
Unklare Preise
Der Gast sollte nicht rechnen müssen. Zeigen Sie den Mehrpreis klar:
- 20 Euro mehr pro Nacht
- 25 Euro für Late Check-out
- 15 Euro pro Person für Frühstück
- 80 Euro für das Spa-Paket
Vermeiden Sie unklare Formulierungen wie „Sonderpreis auf Anfrage“, wenn Sie den Kauf direkt auslösen möchten.
Angebote ohne echte Verfügbarkeit
Bieten Sie keine Leistungen an, die nicht sicher verfügbar sind. „Je nach Verfügbarkeit“ ist für Upselling schwach, wenn der Gast gerade eine konkrete Entscheidung treffen soll.
Wenn nur bestimmte Kontingente verfügbar sind, sagen Sie das klar.
Falsche Dringlichkeit
Dringlichkeit funktioniert nur, wenn sie stimmt. Ein echtes Zeitfenster oder begrenztes Kontingent ist legitim. Künstliche Verknappung schadet der Glaubwürdigkeit.
Bewertungen gegen Rabatt oder Geschenk
Ein Angebot gehört nicht in Ihre Upselling-Strategie: eine Bewertung im Austausch gegen ein Geschenk, einen Rabatt, ein Upgrade oder die Teilnahme an einer Verlosung.
Tripadvisor berichtet im Zusammenhang mit seinem Review-Transparency-Report, dass 2023 mehr als 31 Millionen Bewertungen eingereicht wurden und über 2 Millionen voreingenommene Bewertungen entfernt wurden. 22 Prozent der entfernten voreingenommenen Bewertungen fielen in die Kategorie incentivierter Bewertungen, also Bewertungen, die durch eine Gegenleistung beeinflusst wurden.
Für Ihr Haus heißt das: Bieten Sie Extras als eigenständige Leistung an. Bitten Sie getrennt davon um Feedback oder eine Bewertung. Verknüpfen Sie beides nicht.
Schritt 6: Wie helfen Technologie und Daten bei der Umsetzung?
Upselling wird schwer, wenn alles manuell passiert.
Dann hängt der Erfolg davon ab, ob jemand zur richtigen Zeit an das richtige Angebot denkt, ob das Team die Verfügbarkeit kennt, ob die Nachricht rechtzeitig verschickt wird und ob der Gast unkompliziert kaufen kann.
Technologie kann diese Arbeit strukturieren.
Sie hilft Ihnen dabei:
- Angebote vor, während und nach dem Aufenthalt auszuspielen
- Gäste nach Segmenten anzusprechen
- E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten automatisch zu versenden
- Zusatzleistungen in einem digitalen Service-Katalog zu zeigen
- Buchungen, Anfragen und Käufe zentral zu verwalten
- Ergebnisse auszuwerten
- erfolgreiche Angebote zu verbessern
- wenig nachgefragte Angebote zu überarbeiten
Das ist besonders nützlich für Betriebe ohne großes Team. Ein B&B, eine Ferienwohnung, ein Apartmenthaus oder ein kleines Hotel kann Zusatzleistungen verkaufen, ohne jeden Gast persönlich ansprechen zu müssen.
Gleichzeitig behalten Gäste mehr Freiheit. Sie können Angebote in Ruhe ansehen, Bilder und Beschreibungen prüfen und selbst entscheiden, was zu ihrem Aufenthalt passt.
Technologie ersetzt aber nicht die Strategie. Sie macht nur sichtbarer, ob Ihre Strategie funktioniert.
Wie und warum sollten Sie Ihre Upselling-Aktivitäten messen?
Wenn Sie Upselling nicht messen, wissen Sie nicht, welche Angebote wirklich funktionieren.
Bewerten Sie deshalb nicht nur, ob eine Nachricht geöffnet oder ein QR-Code gescannt wurde. Entscheidend ist, ob daraus Umsatz, bessere Auslastung, zufriedenere Gäste oder Wiederbuchungen entstehen.
Wichtige Kennzahlen sind:
- Anzahl der ausgespielten Angebote
- Klicks oder Aufrufe
- Anfragen
- gebuchte Zusatzleistungen
- Umsatz pro Angebot
- Umsatz pro Aufenthalt
- Conversion Rate je Segment
- Stornierungen oder No-Shows bei Zusatzleistungen
- Gästefeedback
- Wiederbuchungen
- Direktbuchungen nach dem Aufenthalt
Nutzen Sie diese Daten, um Ihre Strategie zu verbessern.
Wenn Familienpakete gut funktionieren, können Sie diese sichtbarer machen oder weiter ausbauen. Wenn ein Spa-Angebot selten gebucht wird, liegt das vielleicht nicht am Spa selbst, sondern am Zeitpunkt, am Preis, an der Beschreibung oder an der Zielgruppe.
Auch Feedback ist wichtig. Fragen Sie Gäste nach genutzten Leistungen, lesen Sie Bewertungen und sammeln Sie Hinweise aus Gesprächen beim Check-out. So erkennen Sie, welche Zusatzleistungen wirklich zum Aufenthalt beitragen.
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Upselling im Hotel ist dann stark, wenn das Angebot zum Gast und zum Moment passt. Ein Zimmer-Upgrade, ein später Check-out, ein Transfer oder ein lokales Erlebnis sollte nicht wie ein zusätzlicher Verkauf wirken, sondern wie eine sinnvolle Erweiterung des Aufenthalts.
Dafür braucht es eine klare Strategie. Sie müssen wissen, welche Gäste Sie ansprechen, welche Angebote wirklich relevant sind, wann der richtige Moment ist und wie Ihr Team oder Ihre Systeme den Vorschlag unaufdringlich platzieren.
Mit Smartness können Sie Upselling, Gästekommunikation und Zusatzleistungen in einem klareren Workflow verbinden. Smartconnect hilft Ihnen, Gäste vor, während und nach dem Aufenthalt gezielt zu erreichen, passende Angebote auszuspielen und Services über einen digitalen Marktplatz leichter buchbar zu machen.
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Häufige Fragen
Upselling im Hotel bedeutet, Gästen ein höherwertiges Angebot vorzuschlagen als das, was sie ursprünglich gebucht haben. Typische Beispiele sind Zimmer-Upgrades, bessere Pakete oder Premium-Services. Im Hotelalltag wird der Begriff oft auch für ergänzende Zusatzleistungen verwendet, etwa Frühstück, Parkplatz, Spa, Transfer oder Late Check-out.
Upselling bedeutet, eine höherwertige Variante desselben Produkts oder Services anzubieten, zum Beispiel ein Superior-Zimmer statt eines Standardzimmers. Cross-Selling bedeutet, eine zusätzliche Leistung zu verkaufen, zum Beispiel Frühstück, Parkplatz, Massage oder Transfer. Hotels kombinieren beides häufig in einer gemeinsamen Zusatzverkaufsstrategie.
Gute Zeitpunkte sind vor dem Aufenthalt, beim Check-in, während des Aufenthalts und nach dem Check-out. Vor der Anreise eignen sich Transfer, Parkplatz, Frühstück oder Erlebnisse. Beim Check-in funktionieren Zimmer-Upgrades und direkte Extras. Während des Aufenthalts sind Spa, Restaurant, Ausflüge oder Late Check-out relevant. Nach dem Aufenthalt geht es eher um Loyalität, Wiederbuchung und Direktbuchungen.
Geeignet sind Leistungen, die den Aufenthalt erleichtern oder verbessern. Dazu gehören Zimmer-Upgrades, Frühstück, Parkplatz, Transfer, früher Check-in, später Check-out, Spa, Restaurantangebote, Fahrradverleih, lokale Touren, Tickets, Willkommenspakete oder Angebote für Familien, Paare und Geschäftsreisende.
Upselling wirkt weniger aufdringlich, wenn das Angebot zum Gast, zum Zeitpunkt und zum Aufenthalt passt. Begrenzen Sie die Auswahl, nennen Sie den Preis klar, erklären Sie den konkreten Nutzen und bieten Sie nur Leistungen an, die tatsächlich verfügbar sind. Der Vorschlag sollte wie ein Service wirken, nicht wie ein Verkaufsgespräch.
Psychologie hilft zu verstehen, wie Gäste Angebote wahrnehmen. Wichtig sind vor allem Verankerung, Relevanz, Glaubwürdigkeit und Timing. Ein Upgrade wird leichter verständlich, wenn der Gast den Unterschied zur gebuchten Leistung sofort erkennt. Bewertungen, echte Verfügbarkeit und klare Nutzenargumente können die Entscheidung zusätzlich erleichtern.
Bewertungen sollten unabhängig bleiben. Wenn ein Hotel ein Geschenk, einen Rabatt oder ein Upgrade im Austausch für eine Bewertung anbietet, kann das gegen Plattformregeln verstoßen und die Glaubwürdigkeit schädigen. Extras und Bewertungsbitten sollten deshalb immer getrennt behandelt werden.
Ja. Technologie kann Angebote vor, während und nach dem Aufenthalt automatisch ausspielen, Gäste segmentieren, Zusatzleistungen in einem digitalen Marktplatz darstellen und Ergebnisse messbar machen. Die Strategie bleibt trotzdem wichtig: Das Angebot muss relevant sein, verfügbar sein und zum richtigen Moment kommen.
Messen Sie nicht nur Klicks oder Öffnungen, sondern auch gebuchte Zusatzleistungen, Umsatz pro Angebot, Umsatz pro Aufenthalt, Conversion Rate je Segment, Gästefeedback und Wiederbuchungen. So erkennen Sie, welche Angebote funktionieren und welche überarbeitet werden sollten.
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