Gasthof Hotel Post

Wenn wir gute Preise erzielen, bleibt mehr übrig, das wir wieder in die Qualität unseres Hauses investieren können. Genau darauf kommt es uns an.

Ort

Strass im Zillertal

Anzahl der Zimmer/Einheiten

53

Anwendungsfall
Dynamische Preisgestaltung
Hotels
Rest der Welt
Gasthof Hotel Post

Hintergrund

Seit 1840 ist das Gasthof Hotel Post in Strass im Zillertal ein fester Bestandteil der Tiroler Gastfreundschaft. Was einst vor allem ein Gasthaus mit einigen Gästezimmern war, hat sich über vier Generationen zu einem modernen Vier-Sterne-Hotel entwickelt. Heute führen Alois und Christine Rainer den Familienbetrieb mit rund 30 Mitarbeitenden.

Besonders in den vergangenen 20 Jahren hat sich das Haus stark verändert. Mit der umfassenden Modernisierung, die Anfang 2021 abgeschlossen wurde, kamen unter anderem zeitgemäße Seminarräume und ein Wellnessbereich mit Rooftop-Pool und Panoramablick auf die Tiroler Bergwelt hinzu.

Auch die Gästestruktur unterscheidet das Hotel von vielen klassischen Ferienbetrieben im Zillertal. Neben Urlaubern, die zum Wandern, Radfahren oder Skifahren kommen, begrüßt das Hotel zahlreiche Geschäftsreisende, Außendienstmitarbeiter und Seminargäste. Diese Mischung ermöglicht es, auch in saisonal schwächeren Zeiten eine stabile Nachfrage zu erreichen.

Herausforderung

Mit dem Ausbau des Hotels wurde auch die Preisgestaltung anspruchsvoller. Unterschiedliche Zimmerkategorien, saisonale Schwankungen sowie Geschäfts- und Urlaubsgäste mit verschiedenen Buchungsgewohnheiten machten es zunehmend schwierig, mit festen saisonalen Preislisten zu arbeiten.

Das Hotel benötigte eine flexiblere Strategie: In nachfrageschwachen Zeiträumen sollten die Zimmer attraktiv und wettbewerbsfähig bleiben, während die hohe Nachfrage in den Ferienzeiten besser genutzt werden sollte.

Gleichzeitig durfte die Umstellung keine zusätzliche Belastung für das Team schaffen. Die Mitarbeitenden sollten sich auf die Gäste konzentrieren können, während Preissteuerung und Datenaustausch zuverlässig im Hintergrund funktionieren.

Lösung

Im Januar 2023 führte das Gasthof Hotel Post Smartpricing ein. Die Entscheidung fiel nach einer rund einjährigen Evaluierungsphase, in der sich das Team mit verschiedenen Anbietern und Revenue-Management-Lösungen beschäftigt hatte.

Alois Rainer beschäftigt sich als Unternehmer und Vertreter der Tiroler Tourismuswirtschaft regelmäßig mit neuen Technologien. Dabei prüft er genau, ob diese zum eigenen Betrieb passen.

„Ich bin von Haus aus ein sehr innovativer und neugieriger Mensch. Wenn sich im betrieblichen Ablauf etwas optimieren oder verbessern lässt, egal ob in der Küche oder an der Rezeption, dann interessiert mich das. Aber wir sind keine Standard-Ferienhotellerie und keine Standard-Stadthotellerie. Wir sind irgendwo dazwischen. Für mich ist immer wichtig, dass ich vorher verstehe, wie die Programme arbeiten. Erst dann kann ich sagen, ob das für unseren Betrieb passt.“

Smartpricing überzeugte mit einer nachvollziehbaren Preislogik, die unter anderem Auslastung, saisonale Nachfrage, regionale Veranstaltungen und die Marktsituation berücksichtigt. Ausschlaggebend war außerdem die zuverlässige Integration in die bestehende Hotelsoftware Casablanca.

Von festen Saisonpreisen zu einer nachfrageorientierten Strategie

Mit Smartpricing kann das Hotel seine Zimmerpreise innerhalb selbst festgelegter Grenzen automatisch an die Nachfrage anpassen. Das gilt auch für Buchungen weit im Voraus: Die Software berechnet Preise für bis zu 500 Tage und ermöglicht es, frühzeitig konkrete Angebote zu erstellen.

„Wenn ein Gast beim Auschecken sagt, er möchte nächstes Jahr wiederkommen, hatten wir früher oft noch gar keine Preisliste. Dann haben wir den diesjährigen Preis genommen und ein paar Prozent aufgeschlagen. Heute können wir sofort ein Angebot machen.“

Schrittweise Vertrauen in die Automatisierung gewinnen

Für den Start mussten zunächst Zimmerkategorien, bisherige Preise und strategische Vorgaben hinterlegt werden. Die Umstellung wurde im Team anfangs mit einer gewissen Skepsis aufgenommen.

„Am Anfang waren natürlich alle ein bisschen skeptisch und haben den Prozess kritisch beobachtet. Wir haben dann gesagt: Wir lassen das Programm jetzt einfach einmal arbeiten.“

Mit Unterstützung des Smartness-Teams wurden die Einstellungen weiter optimiert. Die Hotelleitung verfolgte die Preisentwicklung zunächst sehr genau, um zu verstehen, wie die Software auf unterschiedliche Buchungssituationen reagiert.

„Bis ich einem System vertraue, dauert es relativ lange. Am Anfang habe ich fast jeden Tag hineingeschaut: Wie entwickeln sich die Preise? Was macht das System? Mittlerweile funktioniert das wirklich gut.“

Automatisierung mit klaren Grenzen

Die strategische Kontrolle bleibt beim Hotel. Gerade bei außergewöhnlich hoher Nachfrage kann es vorkommen, dass ein berechneter Preis nicht mehr zum Angebot und zum Qualitätsanspruch des Hauses passt.

„Wenn das Einzelzimmer plötzlich 350 Euro mit Frühstück kostet, muss ich eingreifen. Da sage ich: Das geht nicht.“

Das Ziel ist eine gute Preisdurchsetzung, bei der das Hotel sein Umsatzpotenzial ausschöpft, ohne das Verhältnis zwischen Preis und Leistung aus den Augen zu verlieren.

Ergebnis

Bereits im ersten Jahr mit Smartpricing verbesserte das Gasthof Hotel Post seine wirtschaftlichen Kennzahlen deutlich. Im Vergleich zu 2022 stieg der Umsatz 2023 um rund 30 %, der durchschnittliche Zimmerpreis (ADR) um 10 % und die Auslastung um 7 Prozentpunkte.

Auch danach entwickelte sich das Hotel weiter positiv: 2024 wuchs der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um weitere 14 %, 2025 um nochmals 21 %.

Der durchschnittliche Zimmerpreis blieb nach dem ersten deutlichen Anstieg auf einem höheren Niveau, während die Auslastung weiter zunahm.

Parallel dazu investierte das Hotel weiter in die Qualität seines Angebots. Die Umsatzsteigerungen lassen sich deshalb nicht ausschließlich auf Smartpricing zurückführen. Die dynamische Preisgestaltung half jedoch dabei, das weiterentwickelte Hotelangebot gezielter zu verkaufen und vorhandene Nachfrage besser auszuschöpfen.

Mehr aus unterschiedlichen Gästegruppen herausholen

Ein besonderer Vorteil der dynamischen Preisstrategie liegt für das Gasthof Hotel Post darin, dass das Haus seine unterschiedlichen Nachfragephasen besser nutzen kann.

Geschäftsreisende und Seminargäste sorgen auch außerhalb der klassischen Ferienzeiten für Buchungen. In den nachfragestarken Sommer- und Wintermonaten kann das Hotel dagegen höhere Preise erzielen.

Das verbessert nicht nur den Umsatz, sondern auch den Ertrag pro verkauftem Zimmer. Bereits im ersten Jahr bemerkte das Hotel einen deutlichen Unterschied: Nach Einschätzung der Hotelleitung ließ sich bei vergleichbaren Nächtigungszahlen mindestens 10 % mehr über die Zimmerpreise erzielen.

Mehr Zeit für die Gäste

Auch die tägliche Arbeit ist einfacher geworden. Statt Saisonpreise manuell zu kalkulieren oder zukünftige Angebote zu schätzen, kann die Rezeption jederzeit auf aktuelle Preise im Hotelprogramm zugreifen.

So bleibt mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Gäste, während die Hotelleitung die Preisstrategie im Blick behält, ohne sich ständig um einzelne Anpassungen kümmern zu müssen.

Bessere Preise ermöglichen weitere Investitionen

Die wirtschaftliche Entwicklung ist für die Familie Rainer kein Selbstzweck. Das Hotel verfolgt seit Jahren das Ziel, sein Angebot kontinuierlich aufzuwerten, von der Kulinarik über die Zimmer bis hin zum Wellnessbereich.

Dabei ergänzen sich wirtschaftlicher Erfolg und persönliche Gastfreundschaft: Smartpricing unterstützt die Preisstrategie des Betriebs, während die Familie und ihr Team dafür sorgen, dass die Gäste auch den entsprechenden Gegenwert erleben.

„Wichtig ist mir, dass die Preise den Betrieb und seine Qualität widerspiegeln. Wenn wir gute Preise erzielen, bleibt mehr übrig. Und das können wir wieder in die Qualität investieren.“